Kassenverordnung – Komplexität erkannt, Komplexität gebannt!

Kategorie Industry News

Ist Dein Geschäft in der Schweiz und nutzt Du bereits CiRRUS? Dann ist bei Dir alles in Sack und Tüten! Betreibst Du Dein Geschäft innerhalb der EU und ohne CiRRUS, dann hast Du Dich wahrscheinlich schon gefragt, wie es mit Deinen abgelebten Kassen weitergehen mag.

So will der Fiskus Mehrwertsteuerverlusten vorbeugen

Für Einkäufe und Dienstleistungen zahlen Deine Kunden die gesetzlich fällige Mehrwertsteuer in Deine Kasse. Für den Fiskus eine bequeme Sache, für Dich auch kein Problem. Weiterhin besteht zudem kein Zwang zur Anschaffung elektronischer Kassen. Du kannst also alle Einnahmen auch in eine offene Ladenkasse, beispielsweise eine Hutschachtelkasse, Zigarrenkiste oder in einen Klingelbeutel packen.

Nun wird aber selbst der Frömmste nicht in Frieden leben, wenn die Märkte es ihm nicht erlauben. Nehmen Kunden beispielsweise Kaffee bei Dir, kann es unelegant werden: Kaffeebohnen, Pulver und Pads verbongst Du ordnungsgemäss mit reduziertem Mehrwertsteuersatz. Brühst Du ihn auf, dann zum vollen Satz. Übergibst Du Deinem Kunden das Fertiggetränk, ist das aber wiederum reduziert zu verbuchen. Verwirrend? Glücklicherweise gilt für Latte Macchiato grundsätzlich der reduzierte Satz, also egal wann, wo und wie er genossen wird. Aber auch nur dann, wenn sein Milchanteil mindestens 75 Prozent beträgt, denn sonst gilt wieder der volle Mehrwertsteuersatz.

Kein Wunder, dass Dir der Fiskus bei Deinen Geschäftstätigkeiten über die Schulter gucken und prüfen möchte, ob Du auch alles regelgerecht hinbekommst. Solltest Du an Deiner offenen Ladenkasse oder Deiner liebgewonnenen Dampfkasse festhalten wollen, wirst Du Dich nicht wundern dürfen, wenn Du fiskalisch beargwöhnt oder allerschlimmstenfalls geschätzt wirst. 170 Milliarden Euro entgehen der EU jährlich an Einnahmen aus Mehrwertsteuer, das sind etwa 25 Prozent der Haushaltseinnahmen. Es ist also nicht verwunderlich, dass Verordnungen in Stellung gebracht worden sind, die erschweren sollen, Umsätze zu löschen, um Steuerbelastungen zu senken.

Zukünftig vorgeschrieben: manipulationssichere Registrierkassen

Du wirst künftig sämtliche mehrwehrtsteuerrelevanten Geschäftsvorfälle manipulationssicher zu erfassen und zehn Jahre lang aufzubewahren haben: vollständig, richtig, fristgemäss und einzeln nummeriert aufgezeichnet. Kommt ein Finanzprüfer, musst Du ihm diese Daten auf einen frei wählbaren Datenträger und in angemessener Zeit bereitstellen.

Schon bei bescheiden frequentiertem Geschäftsaufkommen wird es Dir praktisch kaum möglich sein, diesen Fiskalanforderungen nachzukommen. So darfst Du künftig Deine Einzelbuchungen im täglich zu erstellenden Kassenbericht nicht mehr in Tages- oder Monatsberichten zusammenfassen. Du musst also jede einzelne Buchung mit dem jeweils gültigen Mehrwertsteuersatz, klar erkennbar und nachvollziehbar aufführen müssen. Fisch ist fiskalisch übrigens auch nur sehr schwer in den Griff zu bekommen: in Öl eingelegt, wird er nicht begünstigt, wohl aber, wenn er in Dosen gepresst wird, geräuchert aber wiederum nicht.

Vielleicht magst Du diese positionsgenauen Abrechnungen mit Deinen elektrischen Tastenkassen oder handelsüblichen Tabellenkalkulationsprogrammen und etwas gutem Geschick noch gerade hinbekommen. Nach Deiner Silvester-Party tritt aber eine weitere messerscharfe Verordnung in Kraft: Dann darfst Du nämlich nur noch „manipulationssichere Registrierkassen“ in Deinem Geschäft einsetzen, sobald Du „auszeichnungspflichtige Geschäftsvorfälle oder andere Vorfälle mit Hilfe eines elektronischen Aufzeichnungssystems“ erfasst. Deine offene Ladenkasse braucht das nicht, weil ja nicht elektronisch. Sie darf weiterhin alle in Schachteln gesammelten Kassenbelege der letzten zehn Jahre einzeln signiert vorlegen. Kassen aber, die schon unter Strom laufen, sind künftig mit einer zertifizierten technischen Sicherheitseinrichtung (TSE) zu versehen. Diese hat im Aufbau aus einem Sicherheitsmodul, einem Speichermedium und einer digitalen Schnittstelle zu bestehen, und sie muss zertifiziert sein.

Überlege Dir also gut, ob Du zukünftig Deine Kassenjournale aus Kalkulationsprogrammen oder elektrischen Tastenkassen heraus erzeugen möchtest. Denn künftig bist Du in der erzwungenen Nachweispflicht, dass die von Dir vorgelegten Belege nicht von irgendjemandem nachträglich verändert hätten werden können! Für den Fiskus ist das eine bequeme Sache. Neuerdings darf er sogar unangekündigt für eine Kassennachschau während Deiner üblichen Geschäfts- und Arbeitszeiten bei Dir aufkreuzen. Dein Prüfer ist voll legitimiert, direkte Einsicht in Deine Kasse und  die Übermittlung Deiner Kassendaten zu durchleuchten und er darf dazu auch Deine digitalen Schnittstellen in Blick nehmen. Überdies kann er von Dir verlangen, dass Du die beliebig von ihm ausgewählten Belege direkt vor Ort für ihn nachdruckst.

Mit CiRRUS dem Morgen begegnen

Wie die Umsetzung dieser Verordnung zum Einsatz manipulationssicherer, elektronischer Kassensysteme praxistauglich vor sich gehen soll, weiss, immerhin sechs Monate vor ihrem Inkrafttreten, noch niemand so ganz genau. Mit CiRRUS unterstützen wir Dich aber schon heute mit konsequent einfachen Standards, den komplexen Herausforderungen von morgen zu begegnen: sicher und zielführend und immer mindestens einen Schritt voraus.

Wie könnten Deine Daten besser geschützt und manipulationssicher archiviert werden als mit CiRRUS in mehrfach redundant ausgelegten Rechenzentren? Wo sind Deine Daten vor beliebigen Eingriffen besser geschützt als in den zugangsgeschützten Hochsicherheitstrakten gespiegelter Rechenzentren, die mehrere hundert Kilometer voneinander entfernt liegen und sich über Standleitungen ständig in Echtzeit abgleichen? Wenn das nicht schon eine solide Grundlage für eine technische Sicherheitseinrichtung bildet, wie mag dann wohl erst eine TSE in der Praxis auszusehen haben?

Unsere CiRRUS Dienste in der Microsoft Cloud sind von Anfang an professionell konzipiert: Jeder etwaig nicht autorisierte Netzwerkverkehr wird sofort erkannt und blockiert. Wir monitoren auf lückenlose Netzwerksicherheit für die geschützte Kommunikation zwischen Deiner Infrastruktur und Deinen CiRRUS-Onlinediensten. Wir haben uns zusammen mit Microsoft einem ganzheitlichen Sicherheitsansatz verschrieben: Neben intelligenten Sicherheitssystemen und Tools von Microsoft profitieren wir von den Security-Experten, die Datenprozesse weltweit überwachen, mögliche Sicherheitsprobleme erkennen und auf neue Cyberattacken hinweisen. Wir profitieren von der Digital Crimes Unit (DCU). Dort arbeiten Ingenieure und Anwälte direkt mit Ermittlern aus der ganzen Welt zusammen, um Manipulationen an Daten unverzüglich dingfest zu machen. Hier werden pro Tag über 600 Millionen Sicherheitsrisiken erfasst, gespeichert und ausgewertet, um damit Sicherheit in unserer digitalen Welt zu gewährleisten.

Für uns waren und sind Sicherheit und Datenschutz stets wie Vorder- und Rückseite ein und desselben Blattes: Wir sorgen schon heute dafür, dass Deine Kassendaten in der Microsoft Cloud vertraulich, unveränderbar und manipulationssicher aufbewahrt sind und dort dauerhaft geschützt werden.

Zugegeben, auch wir können noch nicht jede Finesse kennen, die der Fiskus noch bis Jahresfrist ausformulieren und an Dich richten wird. Steuerrechtlich ist heute nicht einmal geklärt, was unter „aufzeichnungspflichten Geschäftsvorfällen“ oder „anderen Vorfällen“ zu verstehen ist. Ebenso wenig ist bestimmt worden, was unter einer „Kasse“, mit Bezugnahme auf die technische Sicherheitseinheit (TSE), zu begreifen ist. Bilden die Kassenplätze an der Rezeption und im Restaurant eines Landgasthofs nun eine oder mehrere Kassen? Sind in der Folge nun eine oder mehrere TSEs erforderlich? Wie überhaupt soll eine digitale Schnittstelle zwischen den elektronischen Gerätschaften belastbar erfüllt werden?

Daher zu guter Letzt ein praktischer Tipp: Wenn Du Deine Kasse nach dem 25.11.2010 und vor dem 1.1.2020 angeschafft hast, und wenn Deine Kasse bauartbedingt die Fiskalanforderungen nicht erfüllen kann, dann darfst Du sie noch bis zum 31.12.2022 weiter betreiben, wenn Dein Kassenpartner diese Ausnahmeregel frist- und formgerecht bestätigt hat, und zudem der Nachweis zu führen ist, dass Dein Kassenhersteller mit Dir den Einsatz einer neuen, ordnungsgemässen Kasse im Sinne der Kassensicherungsverordnung bereits begonnen hat.

Ein wohl sperriger Erlass, aber wäre das nicht ein perfekter Zeitpunkt, auf CiRRUS umzustellen?

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