Omni Channel Forum 2018: So verbindest Du wirkungsvoll On- und Offline-Kanäle

Kategorie Industry News
Omni Channel Forum 2018 LuzernOmni Channel Forum 2018 Luzern

Ohne Omni-Channel-Strategien geht es heute nicht mehr: Kunden wollen genauso on- wie offline mit Unternehmen in Kontakt treten und gute Einkaufserfahrungen auf allen Ebenen machen. Wie dies in der Praxis aussehen kann, erfuhren die Teilnehmer des Omni Channel Forum 2018 am 31. Oktober in Luzern. Wir waren dabei.

Mobile Technologien und traditionellen Verkauf kombinieren

Für Unternehmen heisst das: Sie dürfen Kunden nicht zu einem Kanal drängen oder einen anderen Kanal schlecht zugänglich machen. Sie sollten vielmehr darauf achten, dass alle Kanäle gleichermaßen konsistent geöffnet sind und auch gepflegt werden. Mehr noch: Es sollte ihnen egal sein, über welchen Weg Kunden zu ihnen Kontakt aufnehmen oder einkaufen. Sie kombinieren vielmehr mobile Technologien und traditionelle Möglichkeiten des Verkaufs auf ganz neuartige Weise miteinander. Und werden dafür belohnt: Kunden, die sich online und stationär mit einem Unternehmen auseinandersetzen, geben im Durchschnitt das Fünffache aus. Die Profitabilität des Kunden verdoppelt sich damit.

Praxisbeiträge namhafter Referenten

Das Omni Channel Forum ging in vielen Praxisbeiträgen namhafter nationaler und internationaler Referenten der Frage nach, was dies für Anbieter hierzulande heisst: Wo liegen welche Potenziale für die Vermarktung über alle Stationen der Customer Journey liegen?

So präsentierte Marcos Perim, Omnichannel Director bei Via Varejo, den Wandel des Formates „pontofrio“ in Brasilien. Die neugestaltete Verkaufsfläche wurde zu einem echten Erlebnisort. Grundsätzlich wandeln sich stationäre Verkaufsstellen stark und werden digital. So machen interaktive Screens in Echtgrösse Kühlschränke und weitere Elektronikartikel erlebbar. Dank Virtual Reality können beispielsweise bei der Küchenplanung verschiedene Oberflächen visualisiert werden, um dem Kunden die Entscheidung zu erleichtern.

Die Landi Schweiz AG setzt neben den bereits erreichten Zielen in Sachen Digitalisierung auf die „Einfachheit“. So profitieren deren Kunden von Dauertiefpreisen. Damit schützt sich die Landi mit ihren Offline- und Onlineangeboten gegenüber aggressiven Onlineanbietern. Kunden der Landi profitieren von attraktiven Preisen, die nicht höher als die Onlineangebote der Mitbewerber sind. Weiter setzt die Landi auf Eigenmarken und ein dichtes Standortnetz. Simon Gfeller, Leiter Marketing & Verkauf, Mitglied der GL/Stv. CEO der Landi Schweiz AG gab den vielen Forumsteilnehmern folgende Botschaft mit auf den Weg: „Die richtige Selektion aus der Summe aller digitalen Möglichkeiten ist eine schwierige Aufgabe für jede Firma. Nehmen Sie das Heft selber in die Hand und entwickeln Sie ihre eigene Strategie im Umgang mit der Digitalisierung.“ Im Klartext: Es gibt nicht das „Allheilmittel“, das für alle Formate die gleichen positiven Effekte bringt.

Studie: Das verändert sich bei Kunden und Händlern

Ebenfalls ein wichtiger Baustein des Omni Channel Forums 2018: Die Veranstalter präsentierten die Ergebnisse der exklusiv für das Forum erstellten Studie mit den wichtigsten Veränderungen bei Konsumenten, Kunden, Händlern und Herstellern.

Hier die Ergebnisse im Überblick:

  • Sehr junge Menschen (Generation Z) schätzen den stationären Handel gegenüber der Generation Y wieder vermehrt und sind auf dem ähnlichen Niveau wie die Generation X – die zu knapp 90 Prozent mehrheitlich im stationären Geschäft einkaufen. Ein Zeichen, dass es sich für den stationären Handel lohnt, neben der Onlinepräsenz und dem Onlineangebot in den stationären Handel zu investieren.
  • Der Kunde erwartet nicht nur top Produktequalität und ein gutes Preisleistungsverhältnis, sondern auch freundliches Verkaufspersonal sowie ein attraktives Ladendesign. Kunden fordern langfristig mehr und mehr eine Erlebniswelt beim stationären Einkauf. Dies gilt es bei der Gestaltung von stationären Angeboten ebenso zu berücksichtigen wie den Einsatz von neuen Technologien.
  • Je jünger die Shopper sind, desto grösser ist ihr Interesse an neuen Technologien und Ideen. So schätzen sie zum Beispiel Intelligent Mirrors, Instore Navigation oder auch Augmented Reality.
  • Bei allen Generationen stiegen die Akzeptanz von Self-Check-out und die Nutzung von interaktiven Screens. Die beiden Themen belegen Rang eins und zwei der in der Studie abgefragten „neuen“ Technologien.
  • Kunden schätzen auch heute noch Service. So sind ca. 40 Prozent der befragten Studienteilnehmer bereit, situativ für Abhol-/Liefermöglichkeiten zu bezahlen. Diesbezüglich werden auch die Flächen für Serviceangebote nebst den Verweil- und Gastroflächen grösser werden, wobei die effektiven Verkaufsflächen und die Warenlager eher schrumpfen.

„We have to be clearer on what role the Shop of the future plays“ – das waren die Schlussworte von Simon Russels, Director Retail Operations beim führenden britischen Omni Channel-Retailer John Lewis. Angesichts der Studienergebnisse ist diese Aussage relevanter denn je.

Quellennachweis: http://www.omnichannelforum.ch

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.